Von Gang bis Gold

Gang

Der tägliche Gang einer Uhr ist die Abweichung von der genauen Zeit und wird in Sekunden pro Tag (s/d) angegeben.

Gehäuse

Das Gehäuse ist eines der wichtigsten Bestandteile einer Armbanduhr. Durch seine Form verleiht es sportlichen, eleganten, modischen oder klassischen Charakter, die Materialauswahl und die Verarbeitung bestimmen die Qualität der Uhr. Ein Werk ist nur so gut wie das Gehäuse, das es schützt: vor Erschütterungen und Stößen, vor Staub, Schwebeteilchen und Feuchtigkeit. Sitzt ein Glas mit zuviel Spannung im Gehäuse, zerspringt es, hat es zu wenig Spannung, fällt es heraus. Je ebener und glatter eine abzudichtende Stelle, desto besser kann eine Dichtung ihre Aufgabe erfüllen. Die klassische Gehäusefertigung kennt zwei Methoden: Drehen und Stanzen. Das Drehen ist eine preiswerte Art, gute Qualität zu schaffen, eignet sich technisch bedingt aber nur für runde Gehäuse. Alle anderen, insbesondere eckige, ovale und Fantasieformen, müssen gestanzt werden. Dazu wird der Rohling in eine oder gegebenenfalls nacheinander in mehrere vorgefertigte Schablonen gelegt und mit einem Hammer in die gewünschte Form gepreßt. Je weniger Hammerschläge verwendet werden, desto größer muß die Formveränderung pro Hammerschag sein und umso stärker sind die Belastungen, denen das Material ausgesetzt ist. Risse, Bruchanfälligkeit oder Formpräzision sind also Merkmale, die von der Ausführung dieser Verarbeitung abhängen. Beim Stanzvorgang bei eckigen Gehäusen neigt das Material dazu, sich an den Längs- und Querseiten auszudehnen und in den Ecken zu verdichten. Spannungen innerhalb des Gehäuses, Materialbeeinträchtigungen auf Mikroebene, usw. lassen sich nur durch eine genügend hohe Anzahl von Bearbeitungsgängen vermeiden. Deshalb ist die Herstellung eines eckigen Gehäuses teurer als die Herstellung eines runden Gehäuses vergleichbarer Qualität. Die Abdichtung eines Uhrgehäuses erfolgt an drei Ansatzpunkten: Glas, Krone/Drücker und Boden. Das Glas wird in das Gehäuse gedrückt, ein zwischen beidem liegender Gummiring, der Dichtungsring, dichtet das Gehäuse gegen Luft, Wasser und Feuchtigkeit ab. Je stärker der Dichtungsring zwischen Glas und Gehäuse gepreßt wird, desto dichter schließt er und umso höherem Druck kann er standhalten. Entsprechend erfolgt die Abdichtung zwischen Gehäuse und Boden. Eventuell werden Schraubböden verwendet, die nicht eingedrückt, sondern eingeschraubt werden. Aber gleich ob gedrückt oder geschraubt, beides muß mit einiger Kraft vor sich gehen, damit der Dichtungsring den Anforderungen entsprechend gepreßt wird. Damit das Gehäuse dabei nicht auseinanderbricht muß es über ausreichende Stabilität - d.h. Masse - verfügen. Sportliche Uhren mit 5 bar, 10 bar oder 20 bar Druckbeständigkeit haben schwere, massive Gehäuse; elegante, schmückende Armbanduhren mit flachen Gehäusen können selten mehr als 1 bar oder 3 bar druckbeständig gemacht werden.

Glucydur

Die Metallegierung für Unruhen aus Kupfer mit 2 bis 3 % Beryllium.

Gold

Gold ist ein Edelmetall, an dem sich die Menschheit seit Jahrtausenden erfreut. Es trägt sich angenehm auf der Haut, läßt sich wunderbar hochglanzpolieren, läuft nicht an und läßt sich leicht verarbeiten, weil es sehr weich und sehr dehnbar ist. Es ist so weich, daß sich kleinste Kratzer schon bei Zimmertemperatur selbst wieder einebnen und so dehnbar, daß aus einem Gramm ein dünner Draht von über 2km Länge gezogen werden kann. Für die Schmuckverarbeitung wird Gold mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer, Zink und Palladium legiert. Dadurch wird es nicht nur härter und somit formbeständiger, sondern auch spröder, kann also auch leichter brechen. Durch die Beimischung anderer Metalle wird ebenfalls die Farbe geändert, von mittelrosa über satte Gelbtöne bis zum Weißgold. Übliche Goldlegierungen sind 750/000, 585/000 und 333/000, was bedeutet, daß von 1.000 Metallanteilen 750, 585 oder 333 Teile Feingold sind. Für den Feingoldgehalt werden gelegentlich Karatbezeichnungen angegeben mit folgenden Entsprechungen: 8ct entspricht 333/000 Feingoldgehalt 9ct entspricht 375/000 Feingoldgehalt 14ct entspricht 585/000 Feingoldgehalt 18ct entspricht 750/000 Feingoldgehalt 24ct entspricht 999/000 Feingoldgehalt Welche Legierung für Armbanduhren zu empfehlen ist, hängt von den gestellten Anforderungen und den Preisvorstellungen ab. Der Wert einer Golduhr mit Goldarmband teilt sich erfahrungsgemäß überschlägig gerechnet ungefähr 50 zu 50 auf Werk und Verarbeitung (Faconpreis) sowie den Materialpreis. Soll eine Uhr sehr preiswert sein, scheint sich eine 333/000 Legierung anzubieten. Es ist aber zu bedenken, daß gerade im unteren und untersten Preissegment versucht wird, mit Gewalt Eckpreislagen zu erzielen. Dünne Gehäuse, hohle Glieder und unreine Beimischungen für die Legierung sind oft das Ergebnis.

Die Seite nur für Standuhren   Wanduhren und Tischuhren bei wanduhren-tischuhren.de, Uhren der besonderen Art   Version 2010-05-04 Autor Michael Jostes